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1.Tag - 423 km
Das WoMo ist vollgepackt. Da wir immer Zuladungsprobleme haben, wurde zur Gewichtseinsparung die Anhängerkupplung demontiert und eine Gasflasche aus Alu angeschafft. Dafür kann nun ein zweites Fahrrad mit. Die Auflastung des T4 auf 2810 kg brachte nur eine Steuerersparnis, nicht aber mehr Zuladung, weil die Achslasten nicht erhöht werden. Beim Start regnet es in Strömen, die von Aldi billig erworbenen Wischerblätter tun ihre Arbeit mit gewaltigem Quietschen. Nach 20 km sind die Nerven lädiert – zur nächsten VW-Werkstatt und der T4 bekommt „ruhige“ Wischer. Deren Preis erinnert zwar mehr an Apotheke als an Aldi – doch was soll´s, das ist mir die Ruhe wert. Wir fahren über Baden-Baden nach Drusenheim und übernachten auf einem Parkplatz.
2. Tag – 323 km
Heute geht es über Straßburg – Selestat – Saint Marie – Bonhomme zum Col de la Schlucht und zum Ballon d´Alsace. So langsam kommt die Sonne raus, die Aussicht ist beeindruckend. Über Villersexel – Baume – Passavant fahren wir nach Orsans. Ein beliebtes Ausflugsziel scheint dort die Grotte de la Glaciere zu sein – aber noch ist kein Mensch dort und wir übernachten ungestört auf dem Parkplatz.
3. Tag – 251 km
Heute ist nur Kilometerfressen angesagt – wir wollen nach Süden. Kurs Lons – Orgelet – Oyonnax – Bellegarde – Frangy – Seyssel. Hier bleiben wir auf dem Campingplatz « Le Nant Matraz » und werden 57 FF los.
4. Tag – 161 km
Erstes Etappenziel ist Aix les Bains. Das Wetter ist nun gut: Sonne und blauer Himmel. Das nutzen auch andere: an einer senkrechten Steilwand direkt an der Straße trainieren 5 Bergsteiger. Ich sehe denen zu, Gisela macht inzwischen eine kleine Radtour am See.
Weiter geht es über Chambery – Saint Laurent – Voreppe nach Grenoble und weiter via Monestir nach St.Martin de Clelles auf den Campingplatz. Wir werden um 72.40 FF ärmer.
5. Tag – 130 km
Über Sisteron nach Ganagobie (bei Peyruis). Ganagobie – das ist ein Klosterberg mit einem Plateau ca. 500 m über dem Tal. Eine schmale serpentinenreiche Straße führt hinauf. Oben das Kloster, großer Parkplatz und ein sehr schönes Gelände mit Spazierwegen. Beeindruckend die Klosterkirche – die muss man sehen! Kein Schmuck, keine Figuren, keine Bilder, nur nackte Wände. Aber die Architektur !!
Wir übernachten auf dem Berg und starten früh morgens zur Weiterfahrt. Gisela will um keinen Preis wieder hinunter fahren – sie geht zu Fuß.
6. Tag – 111 km
Forcalquier – Manosque – Greoux les Bains – Les Salles sur Verdon. Das sieht mir wie eine Urlaubsstadt aus, allenfalls 2 Monate im Jahr bevölkert. Aber dort gibt es einen großen Stellplatz und der Kassierer ist auch noch nicht im Dienst. Da bleiben wir erst mal.
7. Tag – 29 km
Es regnet! Wir fahren nach Moustiers St. Marie und sehen uns diesen Ort an. Er ist sehenswert. Parkplätze sind natürlich kaum vorhanden, wir stellen das WoMo auf dem Busparkplatz ab. Da stehen schon ein paar Mobile. Zurück nach les Salles.
8. Tag – 194 km
Über die D 952 geht es die Verdonschlucht entlang. Mir läuft zwar nicht eben der Angstschweiß über den Rücken – aber sauwohl fühle ich mich auf dieser Strecke nicht: keine Leitplanken und jenseits des Strassenrandes geht es gleich steil runter. Ein Zeltler hat sein Zelt in die rieige Höhle an der Strasse gestellt, sein Auto passt auch noch hinein. Bei dem Mistwetter ein pfiffiger Gedanke! Am Point Sublime haben wir´s geschafft, machen Halt und laufen zum Aussichtspunkt – man hat einen atemberaubenden Blick in die Schlucht. Anschließend müssen wir dann warten, weil die Straße wegen Baggerarbeiten gesperrt ist. Und es gibt nur diese Straße. Ich sehe mir das mal an: der Baggerfahrer vollbringt zirkusreife Leistungen am Hang. Nee – Baggerklettern wäre nichts für mich. Nach einiger Wartezeit fahren wir über Castellane – Grasse – Cannes - Frejus und steuern den Campingplatz „La Gaillarde“ an.
9.Tag – 0 km
Der Platz ist S U P E R !! Die Sanitärräume muten eher wie ein Gewächshaus an: weiße Fliesen und schwarzer Granit mit Palmen und Ficus. Die Stellplätze haben eigene Wasserversorgung. Besseres haben wir auf der Weiterreise nicht mehr gefunden. Und nicht mal so teuer: 82 FF. Da auch das Wetter nun mitmacht, bleiben wir noch einen Tag und klettern über die Klippen.
10. Tag – 213 km
Saint Tropez – aber wo sind die oben-ohne-Schönen? Trotz Brille von Fielmann nix zu sehen. Muss wohl an der Brille liegen. Wir rollen weiter die Küstenstraße entlang, ab und zu fällt Regen. Hyeres – Toulon – Beauset – Aix en Provence. Kennen wir aber schon und verziehen uns für die Nacht in eine ruhige Seitenstrasse in La Roque d´Antheron.
11.Tag – 147 km
Über Aix geht es weiter und bei Shamas fällt mir eine uralte römische Brücke auf. Mit zwei Triumphbogen an jedem Ende. Das sieht man auch nicht jeden Tag und so wird eine Fotopause eingelegt. Einen Namen hat die Brücke auch: Pont Flavian.
Weiterfahrt nach Arles zum Camping Pont du Crau. Mit dem Linienbus fahren wir in die Stadt und Bummeln. Busfahren ist sehr billig.
12. Tag – 179 km
Nun geht es wieder Richtung Meer. Aigues Mortes. In der stillschweigenden Annahme, dort keinen Parkplatz zu finden stellen wir das WoMo vor der Stadt ab und machen uns auf die Socken. Wir geraten in einen Massenausflug von Motorradfahrern, die eben am Tour Constanze vorbeidonnern. Bei 350 breche ich das Zählen ab. Hier ist ein Großverein auf Tour.
Weiter nach Marseillan Plage, dort ist Camp neben Camp. Direkt neben Cap d´Agde nisten wir uns ein. Seit Tagen weht starker Wind. Es ist ziemlich ungemütlich. Trotzdem liegen schon ein paar Unentwegte komplett netto in der Sonne. Cap d´Agde muss in der Saison furchtbar sein! Viele Appartementhäuser und wenig Strand. Nach meiner Schätzung müssen die dann am Strand in zwei Schichten übereinander liegen.
Ach so – das isses? Deswegen fahren die alle dorthin ??
13. Tag – 0 km
Wir bleiben noch. Vor Cap d´Agde finden die französischen Ausscheidungen für die Segelolympiade statt. Leider ist durchs Fernglas nicht viel davon zu sehen.
14.Tag – 58 km
Gruissan. Ein netter alter Ort mit Burgruine und einem „Etang“. Dort lassen sich Surfer von Drachensegeln ziehen. Kenne ich noch nicht und gucke zu. Bei dem Wind liftet es die Burschen auch mal ein paar Meter aus dem Wasser. Sieht schon nach was aus! So ein Segel ist nicht mal so teuer: 800 DM, sagte man mir. Wir gondeln etwas durch die Gegend und landen auf einem großen Stellplatz zwischen Narbonne Plage und Gruissan direkt am Meer. Wasser gibt es, Entsorgungsmöglichkeit auch und kosten tut es nichts. Für die GPS´ler: 43°18´19,4“N und 3°32´31,7“ E
An einem daneben liegenden Etang mit wunderbar festem Sandstrand machen wir mit den Rädern einen Ausflug. Klasse – wo findet man denn sonst noch einen 100 Meter breiten Radweg ? Macht irre Spaß.
15.Tag – 66 km
Leucate. Freier Stellplatz auf 42°54´45,4“N 3°01´11,3“E fast nur von Surfern frequentiert. Nur haben die heute leider keinen Wind. Pech. Aber der Surfteich ist super.
16.Tag 85 km
Nach Salses, die Festung ansehen. Und wieder an das Meer. Wir stranden auf dem Platz „Les Criques de Porteils“ in Argeles, wo es uns so gut gefällt, dass wir gleich ein paar Tage bleiben.
17.Tag – 12 km
In den Nachbarort Collioure, Stadt und Hafen angucken. Abends auf den Klippen herumklettern. Zwischen Argeles und Collioure hat man auf den Klippen einen Betonweg angelegt. Lange hat er nicht gehalten – nach ein paar Monaten war er schon kaputt und ist nun abgesperrt. Doch in der Bucht beim Campingplatz kommt man gut über das Gitter und so haben wir den Weg ein Stückchen erkundet. Eine Reparatur würde sich lohnen.
18. Tag – 12 km
Einkaufsfahrt nach Argeles zum Supermarkt. Wetter: Super. Resultat: Sonnenbrand.
19. Tag – 22 km
Port Vendres – Banyuls - Cap Peyrefite. Hier landen wir auf dem Camping Municipal. Kassiert wurde nicht. Dafür kaufen wir auf dem Rückweg in Banyuls den dortigen Rotwein. Es soll eine Spezialität sein. Also der Preis allemal! Und irgendwann mach ich die Pulle auch auf.
20. Tag – 106 km
Elnes – Bages – Castelnou – Ille sur Têt – Estager. Was haben wir gesehen? Das Kloster in Elnes. In Bages die Galerie „Palais du Naif“. Einige Bilder haben mir gefallen. Muss mal üben – krieg ich sicher auch hin. Dann den teuersten Blumenkohl des Jahres gekauft: 1,5 kg kosten 24 FF. Etwa 8 DM ! Castelnou ist auch sehr schön, dort wäre ich besser geblieben. Denn es kam, wie es nicht kommen sollte: auf der Weiterfahrt nach Ille sur Têt (die Strasse ist da stellenweise mal eben 3 Meter breit) streifte ich einen entgegenkommenden Audi A4. Dem fehlen nun 3 cm2 Lack am Radlauf. Dem WoMo hat es nichts geschadet.Aber mich ärgert es. Und wie!
In Ille sur Tet besehen wir die „Orgues“ – verwitterte Sandsteinformationen. Glück muss man haben: es fiel gerade keine zusammen, während wir drunter standen. Aber sehr stabil sieht es nicht aus!
21. Tag – 93 km
Maury – Axat – Rennes. Wir parken früh morgens am Grau du Maury und laufen zur Burg Queribus hoch. Das Wetter ist wunderbar. Und das Kassenhäuschen nicht besetzt. So besehe ich mir die Ruinen zum Nulltarif. Doch nicht umsonst: der Aufstieg kostet Schweiß!
Die D 117 auf der wir weiterfahren wollen ist bis 16:30 wegen Sprengarbeiten gesperrt. Die Umleitung wollen wir nicht fahren und fahren erst einmal bis zur Sperre an einem Tunnel. Das Tal ist wunderschön, wir legen einfach eine lange Pause ein. Die Sonne scheint, die Vögel piepen, das Wasser rauscht....
Dann geht es – nur schlimmer noch als Ganagobie – wieder einen Berg zum Chateau Rennes hoch. Tolle Aussicht. Keine Übernachtungskosten – also nehmen wir der regionalen Keramikhändlerin einiges ab. Leben und leben lassen. Ach ja – der Kir im Garten vom Dorfwirt war auch sehr gut! Und der Garten – klein aber fein.
22. Tag – 51 km
Limoux – Carcassonne. Dem Reiseführer entnehme ich, dass man von der Strasse einen guten Blick auf Carcassonne hat. Diese Stelle suche ich erst einmal auf und dort machen wir Mittagspause. Busfahrer lesen wohl auch Reiseführer, jedenfalls rollt ein Bus an, stoppt, 50 Leute raus, 50 Kameras machen Klick, 50 Leute wieder rein und nach 3 Minuten war der Spuk vorbei. Die haben aber etwas von ihrer Tour! Wir steuern das Camp „Campeole“ an und laufen in die Altstadt. Dort ist touristische Großindustrie ansässig! Was ist schon das Einkommen eines Aufsichtsratsvorsitzenden gegen eine Currywurstbude dort!
Aber nachts sieht es echt gut aus. Hoffentlich werden die Fotos – ich hatte kein Stativ mit und behalf mir mit einem Stück Balken.
23. Tag – 165 km
Narbonne – Beziers. Hier sehen wir den Kanal du Midi mit 8 Schleusen. Weiter zum Lac du Salagou. 43°40´10,2“ N 3°21´23,4“ E. Da bleiben wir jedes Jahr erneut hängen und haben immer noch nicht alles gesehen. Nachts kam Sturm auf und rüttelt derart am WoMo, dass ich kaum schlafen konnte. In der folgenden Nacht drehe ich das Fuhrwerk in den Wind und fahre die Stützen aus.
24. Tag – 39 km
Wir machen eine Rundfahrt um den Lac du Salagou und besehen dabei das Ruinendorf Celes und den „Cirque de Moureze“. Abends gibt es dann noch eine 3,5-Stunden Wanderung halb um den See. Ist schön dort!
25. Tag – 383 km
Richtung Heimat: über die (mautfreie!!) Autobahn nach Clermond Ferrand. Irgendwo biegen wir in eine kleine Seitenstrasse ein und landen in Saint Gerand de Vaux. Das Dorf macht keinen wohlhabenden Eindruck, aber das dortige Camping Municipal ist ein echter Geheimtip. Muss man sich merken.
26.Tag – 199 km
Bourbon Lancy – durch den Regionalpark Morvan (St.Leger – St.Prix – Blain) – Autun – Vandenesse. Hier übernachten wir am Lac de Panthier. Es ist Sonntag und die Surfer und 2-3 Katamarane sind auf dem Stausee unterwegs.
27.Tag – 0 km
Das konnte man der Gegend auf der Karte nicht ansehen: wirklich eine schöne Ecke! Wir nehmen die Räder und gondeln auf den ehemaligen Treidelpfaden am Kanal du Bourgogne entlang. Auf 5 km verläuft der unterirdisch und ist dort nur 5 Meter breit. Was die Bootfahrer nur machen, wenn sich zwei im unterirdischen Kanal begegnen?
Nachmittags geht es per Rad nach Commarin das dortige Schloss besehen. Nicht lohnend. Den Weg zur nächsten Burg nehmen wir über einen Berg – 2 km bergauf schieben! Oben angekommen erfahren wir von einer freundlichen Wirtin, dass die Strecke weiterhin sehr schwer sei – sehr steil und noch mehr Schieberei. Wir verzichten und fahren zurück. Am See nehmen wir ein Paddelboot und gurken noch 20 Minuten auf dem windgepeitschten Wasser herum. Hätte meinetwegen ruhig länger dauern dürfen, aber Gisela friert.
28. Tag – 150 km
Saint Marie – Dijon – Villegusien – Langres – Villegusien. Gisela fährt mit dem Rad am Burgundkanal entlang, ich mit dem WoMo voraus zum Treffpunkt. Unterwegs sind kaum Autos, die Strecke ist auch aus der WoMo-Perspektive sehr schön.
Langres gab nichts weiter her, so fahren wir 8 km nach Villegusien zurück. Am Stausee stehen schon 12 Mobile, wir stellen uns daneben. Nach kurzer Zeit starten die alle und wir suchen verunsichert einen anderen Platz. Dort kommen nach kurzer Zeit einige andere WoMos vorbei – wir also hinterher, es geht zum eben verlassenen Parkplatz am Ufer. Aber die 25 waren auf Clubausfahrt und verschwinden eine halbe Stunde später auch. Alleine wollen wir nicht bleiben und fahren zum Camp Municipal. Leider stört dort der Strassenlärm.
29. Tag – 178 km
Commercy – Fremereville – Butte de Montsec – Lac de Madine. Diese « Butte » ist ein Amidenkmal, ziemlich pompös. Aber die Aussicht dort oben ist prima. Am Lac de Madine tauchen so nach und nach mehrere WoMos und Zeltler mit OK-Jollen auf. Anderntags soll eine Regatta stattfinden. Wir gehen auch als Segler durch und brauchen nichts berappen.
30.Tag – 292 km
Vom Lac de Madine auf Landstrassen durch Luxemburg. In Esch sur Sure machen wir Pause, halb Luxemburg hat sich am Flussufer versammelt und grillt. Denn es ist Himmelfahrt und schönes Wetter. Wir gondeln noch bis zum Mont Rigi und übernachten dort auf einem Parkplatz.
31.Tag – 133 km.
WoMo auspacken, Kühlschrank leerräumen... Und das Unkraut im Garten steht hoch.
Technisches:
Wohnmobil Knaus Traveller 580 auf VW T4. Im Winter zusätzlich ausgerüstet mit Rückfahrvideo Mobitronic RV 600 von WAECO. Der LCD-Monitor ist OK, die Farbkamera kann aber keine großen Kontraste verarbeiten.
Toilettenentlüfter von SOG. Den kann ich jedem nur heiss und innig empfehlen! Nur die Einbauanweisung könnte etwas besser werden.
Gasfernanzeige SONATIC von Truma. Funktioniert gut, aber bei 1 kg Inhalt ist Schluss. Kleinere Mengen werden nicht angezeigt.
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