21.05. 2012 - 05:14

Solaranlage im Wohnmobil / Caravan

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[bearbeiten] Was gibt es bei Solaranlagen zu beachten?

Eine Photovoltaikanlage auf dem Wohnmobil besteht in aller Regel aus einem oder mehreren Solarmodulen, einem Laderegler und entsprechenden Montagezubehör (Solarkabel, Stecker, Spoiler, Dachdurchführung). Unter Umständen ist es außerdem erforderlich eine zusätzliche Bordbatterie anzuschaffen oder die bestehende zu ersetzen.

Prinzipiell unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Typen von Solarmodulen:

1. Monokristalline Solarmodule
2. Polykristalline Solarmodule
3. Dünnschicht Solarmodule

Sowohl monokristalline als polykristalline Solarmodule sind aller Regel nach für Solaranlagen auf Wohnmobil, Campingbus oder Wohnwagen geeignet. Dünnschicht Module sind aufgrund ihrer geringen Leistungseffiziens, hohen Nennspannung und des relativ hohen Gewicht für solche Anlagen ungeeignet.

Bei der Auswahl des richtigen Solarmodul für eine 12V Solaranlage sollte man auf ein Solarmodul mit 36 Zellen und einer Nennspannung von unter 20V zurückgreifen. Zwar können auch Module mit einer höheren Nennspannung integriert werden, allerdings benötigt man dann einen MPPT Laderegler. Zusätzlich ist zu beachten, dass die Solarmodule in den Abmessungen nicht zu groß ausfallen, da diese sonst auf dem nicht verwindungssteifen Wohnmobil brechen könnten oder die Lötverbindungen zwischen den Zellen reissen. Dies betrifft in aller Regel Module mit einer Nennleistung > 140W.

Quelle: ePower Solar [1]

[bearbeiten] Welchen Einfluß nimmt die Temperatur auf Solarmodule?

Es ist darauf zu achten, die Solarmodule mit etwas Abstand zwecks Hinterlüftung zu montieren.Die Temperatur des Solarmoduls geht direkt in die Leistung ein. Je heißer das Modul umso weniger Leistung wird erzielt.
Also niemals Module flach aufkleben. Das ist zwar verlockend einfach aber vernichtet einen möglichen Energiemehrertrag und ist letztendlich teurer als mit Spezialprofilen montierte Solarmodule.
Mit aufstellbaren Spezialprofilen kann man den Ertrag im Winter verdoppeln und der Schnee rutscht ab. Bei aufgeklebten oder flach montierten Paneelen ist bei Schnee der Ertrag gleich null !!

[bearbeiten] Wozu dient der Laderegler?

Der Laderegler dient zur überwachung und zur Steuerung der Ladung und Entladung der Bordbatterien.
Seine Aufgabe ist es, überladung und Tiefentladung der Batterie zu verhindern. Außerdem paßt der Laderegler die Ladespannung optimal an den Ladezustand an.

[bearbeiten] Welche Batterie bzw. Akku sollte man für Solarstrom verwenden?

Die Batterie ist der Zwischenspeicher für den (Solar-)Strom. Verschiedene Akku-Hersteller bieten spezielle Solar-Batterien an.
Diesen Batterien ist den "normalen" Autobatterien den Vorzug zu geben, da diese die wechselnden Ladespannungen besser verkraften.

[bearbeiten] Benötigt man einen Wechselrichter?

Soll Solarstrom (Gleichstrom) ins 220V-Bord-Netz eingespeist werden oder herkömmliche Haushaltsgeräte versorgen, ist ein sogenannter Wechselrichter erforderlich.

[bearbeiten] Wie berechne ich meinen 12V-Strombedarf?

Um den Leistungsbedarf für einen Tag zu ermitteln, muss die Aufnahmeleistung (angegeben in Watt) aller 12V-Geräte mit der durchschnittlichen täglichen Laufzeit in Stunden multipliziert werden.
Das Ergebnis wird dann in Wh (Wattstunden) ausgewiesen. Der Strombedarf wird durch Division durch die Batteriespannung (12V) ermittelt.

Beispiel für einen sparsamen Umgang: W h Wh

Transistorlampe 16 1 16
Halogenlampe 10 1 10
Wasserpumpe 10 0,2 2

Benötigte Leistung pro Tag = 28 Wh
Benötigter Strombedarf pro Tag = 2,3 Ah


Beispiel für erhöhten Bedarf: W h Wh

Transistorlampe 16 2 32
4 Halogenlampen 10 2 80
Wasserpumpe 30 0,3 9
Autoradio 30 2 60
Fernseher 40 2 80
Heizungsgebläse 5 12 60

Benötigte Leistung pro Tag = 311 Wh
Benötigter Strombedarf pro Tag = 26 Ah


Bei Verwendung eine Kompressorkühlschranks zusätzlich:
Kompr.-Kühlschr.45 W 8 h 360 Wh
Benötigter Strombedarf pro Tag 30 Ah



[bearbeiten] Wann benötige ich eine Solaranlage?

Wenn vorausgesetzt wird, dass in dem Fahrzeug eine Zweitbatterie vorhanden ist, ein 230V-Ladegerät die Zweitbatterie laden kann und die Zweitbatterie durch die Lichtmaschine des Fahrzeugs geladen wird, lässt sich die autarke Stehzeit ohne 230V-Stromversorgung berechnen:
Man nimmt etwa 70% (bei älterer Batterie weniger) der Batteriekapazität und dividiert sie durch den benötigten Strombedarf.
Das Ergebnis liefert die mögliche Stehzeit mit intakter 12V-Versorgung (Bei Annahme einer 100 Ah Batterie liefert das auf Basis obiger Beispiele folgendes Ergebnis):

sparsam 70 : 2,3 = 30 Tage
erhöht 70 : 26 = 2,7 Tage
erhöht mit Komp-KS 70 : 56 = 1,25 Tage


Benötigt man nun längere autarke Stehzeiten, ist die Anschaffung einer Solaranlage zu überlegen.

[bearbeiten] Welche Alternativen gibt es zu Solaranlagen?

1. Erhöhung der Batteriekapazität.
Sofern Platz vorhanden ist, kann eine größere Batterie oder eine weitere Versorgungsbatterie eingebaut werden.
Es ist jedoch auch darauf zu achten, dass ein der erhöhten Batteriekapazität angepasstes 230V-Ladegerät zur Verfügung steht.
Der gewünschte Effekt hat jedoch natürlich ebenfalls seine Grenzen.

2. Benzingeneratoren.
Aufgrund des Lärmaufkommens und der Abgase waren diese Geräte etwas verpönt.
Außerdem sind ihre Anschaffungskosten nicht niedriger als die einer mittleren Solaranlage. Hinzu kommen Wartungs- und Betriebskosten. Ihre Leistung macht jedoch ein Vielfaches einer Solaranlage aus.
Inzwischen sind die Geräte aber auch leiser geworden und ein rücksichtsvoller Camper hat immer eine Kette mit Schloss und ein zusätzliches Verlängerunskabel dabei, um den Generator weit weg von sich und den Nachbarn auf zu stellen.
Wer häufiger Winterurlaub mit dem Wohnmobil macht weiss, dass Mittags ca. 15:30 alle 10-?? Camper ihre Stromerzeuger anschmeissen, um die Batterien zu füllen.
Somit ist ihre Verwendung nur dann lohnend, wenn ein großer Strombedarf (z.B. Klimaanlagen) besteht.

3. Windkraftanlagen.
Diese fallweise auf Yachten anzutreffenden kleinen Windkraftwerke sind im Campingbereich noch Exoten. Auch ist der Betrieb mit einem gewissen Lärmaufkommen verbunden.
Weitere Infos unter anderem bei http://www.shipshop.de/BlueWater/bluewater.html

[bearbeiten] Wie wird die Leistung eines Solarpanels angegeben?

Die Angabe erfolgt in Wp (Watt peak) und gibt die Leistung an, die ein Panel unter optimalen Bedingungen abgeben kann. Optimale Bedingungen sind:

  • Sonnenschein bei klarem Himmel
  • senkrechte Einstrahlung auf das Panel
  • nicht zu hohe Temperaturen auf dem Panel.

Weitere Verluste enstehen durch Kabelleitungen und den Solarladeregler.
Eine Faustregel zur Ermittlung der Energielieferung für einen Tag lautet für mitteleuropäische Breiten:

  • Juli: Spitzenleistung x 4
  • Januar : Spitzenleistung x 1

Das ergibt für ein Panel mit 100 Wp im Sommer 400 Wh Energie bzw. 33 Ah Strommenge pro Tag

[bearbeiten] Wie groß muss ich meine Solaranlage dimensionieren?

Wenn der Energiebedarf berechnet ist, kann man das Panel leicht entsprechend dimensionieren. Für obiges Beispiel mit erhöhtem Strombedarf würde eine 100Wp-Anlage für den Sommer ausreichen, bei Verwendung eine Kompressorkühlschranks wären 200Wp zu kalkulieren.

Eine größere Dimensionierung schafft natürlich Reserven, andererseits können kleiner dimensionierte Anlagen nur zur Verlängerung der autarken Stehzeit verwendet werden, da man ja meist mit voller Versorgungsbatterie ankommt.